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Geschrieben von Marco Toniolo
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Monday, 2. April 2007 |
Die Luft duftet nach Pinien und Salzwasser. Die Bäume schreien laut im starken Wind. Der Lava-Boden mit den verstreuten Büschen erinnert an einen kitschigen Teppich aus den Siebzigern. Wenige Kilometer entfernt scheint das immense Blau des Ozeans bis in den Himmel zu gehen und erinnert uns, dass die Abfahrt genau am Strand endet. Erst Waldboden mit sanften Lava-Untergrund, dann felsige Passagen und zum Schluss ein steiler Karrenweg, der direkt am Strand von Puerto Naos endet.
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Geschrieben von Marco Toniolo
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Friday, 2. March 2007 |
Der Regen prasselt laut auf dem Dach. Immer wieder hellt ein Blitz die Bergkämme auf, für kürze Momente ist es immer wieder taghell. Wenige Sekunde später donnert es. Alles vibriert, das Echo im engen Tal scheint für Ewigkeiten zwischen den Bergen gefangen zu sein. Eine andere Art von Donner kommt links von mir. Toby schnarcht laut wie eine Kettensäge. Piergiorgio und ich sind wach und bewundern den festen Schlaf unseres Kumpels, während draußen seit Stunden fast die Welt untergeht. Plötzlich runzelt er seine Stirn, mit einer Hand fasst er sich an sein Gesicht. Es tropft vom Dach, direkt auf seine Nase. Schluss mit dem Schlafen, erst muss eine trockene Stelle in der Almhütte gefunden werden, was ohne Licht nicht gerade einfach ist. Zwischen einem Blitz und dem anderen macht es sich Toby unter dem Tisch bequem. Nach wenigen Sekunden schnarcht er wieder. Die stürmische Nacht auf dem Weg zum Pfunderer Joch geht weiter, die Gewitterfront nimmt kein Ende. Wenig später schließen sich meine Augen. Morgen ist auch ein Tag, laut Wetterbericht sollte die Sonne zum Vorschein kommen. Ich träume von Bombardements und Feuerwerke.
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Geschrieben von Marco Toniolo
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Wednesday, 28. February 2007 |
Die eiserne Tür knarrt gespenstisch. Ein feuchter Luftzug blähst auf unsere Gesichter. Es riecht wie im nassen Keller eines alten Gebäude. Das spärliche Licht zeigt ein langer Tunnel mit zwei rutschigen Gleisen in der Mitte. Wenige Meter weiter zweigt ein zweiter Tunnel nach links ab. Aufs Bike zu springen und in die Dunkelheit abzutauchen scheint fast wie ein Reflex aus, um zu entdecken was sich in diesem Berg versteckt. „Die Bikes könnt ihr hier lassen.“ Die Stimme des Hüttenwirtes bringt uns zur Realität zurück. Bald gibt es Abendessen auf der Schneeberghütte. Und ein frisches Bier, gerade aus diesem kühlen Bike – Keller geholt.
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Geschrieben von Marco Toniolo
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Sunday, 25. February 2007 |
Es gibt Touren, die einen nicht loslassen, auch nicht nach mehreren Monaten, nachdem man sie gefahren ist. Es gibt Touren, die so perfekt sind, dass man sie immer wieder fahren würde, wie in einer Art unendlicher Schleife, aus der raus zu kommen unmöglich ist. Es gibt Touren, die dem wahren und ursprünglichen Mountainbiken entsprechen, mit epischen Auffahrten und atemberaubenden Abfahrten, ein Rausch der Gefühle. Die große Runde über die Forcella di Montozzo und dem Tonalepass ist eine dieser Touren. Allein die Autofahrt zum Startpunkt, in Ponte di Legno, ist eine Reise Wert. Der Gaviapass mit seinen unzähligen Serpentinen und gähnenden Abgründen fordert alles vom Bike-Bus, an manchen Stellen fahren wir wenige Zentimeter an den entgegenkommenden Autos vorbei, rechts geht es senkrecht runter. Ein altes Plakat erinnert an einen Unfall, bei dem Dutzende von Alpini-Soldaten starben, als 1954 ihr LKW in die Tiefe stürzte.
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Geschrieben von Marco Toniolo
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Friday, 16. February 2007 |
Vier Biker zwischen den Pendlern. Nachdenkliche Angestellte im Anzug, laute Schüler mit Rücksäcken, Hausfrauen auf dem Weg in die Stadt. Die Seilbahn vom Ritten (1221m) nach Bozen (266m) ist wie die U-Bahn in München an einem Arbeitstag. Die Fahrgäste hier haben es aber besser. Sie schweben in der Luft über die Weinberge, mit einem herrlichen Blick zum Rosengarten und Schlern.
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Geschrieben von Marco Toniolo
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Friday, 16. February 2007 |
20 Uhr Abends, irgendwo oberhalb einer Apfelplantage im Vinschgau. Die Sonne verschwindet langsam hinter den hohen Gipfeln der Ortlergruppe, während drei Biker die letzten Serpentinen eines Waldtrails hinunterfahren. Stufe, Wurzel, wieder eine Stufe, eine kurze Gerade und dann eine enge Kurve nach rechts. Das rütteln der Bikes ist das einzige Geräusch im Wald, Vögeln und Insekten haben schon Feierabend, die Bauer haben die Felder bereits verlassen und von Wanderern ist keine Spur. Das Surfen auf dem Trail wirkt magisch auf die drei, sie befinden sich in einer Art Trance, die glücklicher nicht sein könnte. 5500 Höhenmeter bergab und 95 Kilometer haben sie heute zurückgelegt, eine Orgie von Singletrails, die kein Ende nehmen will. Ein perfekter Tag.
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