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Seite 1 von 3 La Palma
Die Luft duftet nach Pinien und Salzwasser. Die Bäume schreien laut im starken Wind. Der Lava-Boden mit den verstreuten Büschen erinnert an einen kitschigen Teppich aus den Siebzigern. Wenige Kilometer entfernt scheint das immense Blau des Ozeans bis in den Himmel zu gehen und erinnert uns, dass die Abfahrt genau am Strand endet. Erst Waldboden mit sanften Lava-Untergrund, dann felsige Passagen und zum Schluss ein steiler Karrenweg, der direkt am Strand von Puerto Naos endet. 
Wir sind auf La Palma, in den kanarischen Inseln. Es ist Dezember, 24° Luft-, 20° Wassertemperatur. Gefühlte Stimmung: Sommer. Daniel Schaefer und Philipp Foltz haben mich eingeladen, um mir die Trails der Insel zu zeigen. Dort werden sie ihre Kunden führen. Seit dem Winter 2005 haben die zwei professionellen Bike Guides sich selbständig gemacht und bieten nun geführte Touren während der Winterzeit in Europa.
Ich gebe zu, ich bin immer über das Biken in den kanarischen Inseln skeptisch gewesen. Keine richtige lange Touren, wenige Singletrails, zu heiß. Das waren meine Vorurteile, bevor ich je einen Fuß auf einer der Inseln gesetzt habe. Als eingefleischter Alpen-Biker bin ich wahrscheinlich spießig geworden. Das einzige, was auf la Palma an die Alpen erinnert, ist eine Wetterscheide wie am Alpenhauptkamm, in Miniatur, aber voll funktionsfähig. Auf einer Seite liegt Santa Cruz mit dem Flughafen, die größte Stadt der Insel. Auf der anderen befindet sich Puerto Naos, wo wir wohnen. Während meines Aufenthaltes werde ich immer wieder die Wolken bewundern, die, wie eine Art Capuccino-Schaum, über die Tasse zu uns überzuschwappen versuchen. Erfolglos. Wir bleiben in der Sonne, Santa Cruz in den Wolken. „Es ist Zeit deine Horizonte zu erweitern!“ lacht Philipp während wir in der frischen Morgenluft von Puerto Naos in Richtung Süden bergauf fahren. Von Hitze keine Spur, im Gegenteil, wenn man im Schatten stehen bleibt kühlt der Wind einen schnell ab. Die Auffahrt hat es in sich, immer wieder müssen wir steile Rampen bewältigen. Philipp führt uns ohne einmal zu zweifeln durch einen Labyrinth von Karren- und Forstwege, stets bergauf. Ohne Guide wäre ich hier längst verloren. Die Kartographie ist nicht gerade berauschend und sie ist mehr für den ersten Einblick in die Geographie der Insel als für das Trail-Finding geeignet.

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