Bozen: die Seilbahnrunde PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Marco Toniolo   
Friday, 16. February 2007
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Bozen: die Seilbahnrunde
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Bozen: die Seilbahnrunde

Vier Biker zwischen den Pendlern. Nachdenkliche Angestellte im Anzug, laute Schüler mit Rücksäcken, Hausfrauen auf dem Weg in die Stadt. Die Seilbahn vom Ritten (1221m) nach Bozen (266m) ist wie die U-Bahn in München an einem Arbeitstag. Die Fahrgäste hier haben es aber besser. Sie schweben in der Luft über die Weinberge, mit einem herrlichen Blick zum Rosengarten und Schlern.

Bozen Seilbahnrunde by marcotoniolo.comDie Stadt wird immer kleiner um so höher wir steigen, der Blick wandert zwischen dem tiefen Grün des Etschtals und den weißen Gipfeln der Dolomiten. Tausend Meter höher und ein paar Grad Celsius weniger stehen wir am Anfang unseres Freeride Tages. Kurt Resch ist unser Guide, er kennt jeden Pfad in der Bozener Gegend. Es geht zuerst auf einer kleinen Asphaltstrasse bergab, bevor wir den Pfad Nummer zwei in Richtung Bozen nehmen.
Ein alter Karrenweg schlängelt sich mit unzähligen Serpentinen Richtung Tal, im dichten Wald versteckt. Nie wirklich schwierig, der Pfad macht einfach Spaß. Man kann Gas geben und mehrere Felsabsätze als Rampe für einen Sprung benutzen. Ab und zu fahren wir an einer Lichtung vorbei und der Blick auf die Stadt wird frei. Wir hören sie atmen. Wir können ihren Alltagsstress fast spüren. Die nächste verblockte Passage erinnert uns dran, dass wir heute Teil eines anderen Spiels sind. Alltag raus, Trail rein.

Weiter unten lassen die Bäume Platz für die Weintrauben, die in allen möglichen Schräglagen wachsen. Harte Arbeit ermöglicht die Herstellung des beliebten Törgelen Weins, natürlich nicht ohne Hilfe der warmen Sonnenstrahlen, die Bozen auch im Winter verwöhnen. Ganzjährig Schneefrei, das ist das Geheimnis des Bozener Kessels. Ideal für die Weinkulturen, ein Traum für alle Biker aus dem kalten Norden.

Wir landen fast an der Talstation der nächster Seilbahn, die nach Jenesien (1089m) fährt. Kaum Pendler hier, die meisten sind inzwischen im Büro oder in der Schule. Die kleine Gondel schwebt mit einer unwahrscheinlicher Geschwindigkeit über die Weinberge, ruckzuck sind wir in Jenesien.

Bozen: die SeilbahnrundeKurt führt uns erstmals über eine ziemlich flache Strasse, später über einen Karrenweg, bevor wir einen anderen Traumpfad unter die Stollen nehmen. Sanft geneigt am Anfang, später steil, bringt uns dieser zu einem fantastischen Aussichtspunkt, von dem wir die ganze Stadt zu unseren Füßen haben.

Kaum zu glauben, dass man diesen Hang mit dem Bike runterfahren kann, er scheint senkrecht abzufallen. Tatsächlich schneidet ein uralter grob gepflasterte Pfad den Berg in seiner kompletten Länge. Steil ist er auch, weit hinter dem Sattel suchen wir nach der besten Linie.
Die Bremsen glühen und die Oberschenkel schmerzen. Wir müssen Pause machen. Wir haben den Eindruck, seit Jahren ist hier kein Mensch. Geschweige denn ein Biker gefahren.

Wieder in der Zivilisation gönnen wir uns einen Besuch in der Stadtmitte. Wir essen Pizza draußen in der Sonne und besprechen mit Kurt den Weiterlauf der Tour. Der nächste Berg ist der steilste des Tages. Um da hoch zu kommen nehmen wir die älteste Personenbahn der Welt. 1909 wurde sie gebaut, um Bozen mit Kohlern (1129m) zu verbinden.
Der Betreiber der Bahn freut sich, ein paar Biker zu sehen, er organisiert eine Sonderfahrt für uns. Oben haben wir einen neuen Blick auf die Umgebung, wir klettern auf den Aussichtsturm, um das Panorama noch besser genießen zu können.




 
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