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Meran: die Seilbahnrunde PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Marco Toniolo   
Friday, 16. February 2007
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Meran: die Seilbahnrunde
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Meran Seilbahnenrunde


20 Uhr Abends, irgendwo oberhalb einer Apfelplantage im Vinschgau. Die Sonne verschwindet langsam hinter den hohen Gipfeln der Ortlergruppe, während drei Biker die letzten Serpentinen eines Waldtrails hinunterfahren. Stufe, Wurzel, wieder eine Stufe, eine kurze Gerade und dann eine enge Kurve nach rechts. Das rütteln der Bikes ist das einzige   Geräusch im Wald, Vögeln und Insekten haben schon Feierabend, die Bauer haben die Felder bereits verlassen und von Wanderern ist keine Spur. Das Surfen auf dem Trail wirkt magisch auf die drei, sie befinden sich in einer Art Trance, die glücklicher nicht sein könnte. 5500 Höhenmeter bergab und 95 Kilometer haben sie heute zurückgelegt, eine Orgie von Singletrails, die kein Ende nehmen will. Ein perfekter Tag.

 

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Wir reden nicht von Kanada oder irgendwelchem vollautomatisierten Wintersportort in Frankreich, sondern von der kleinen südtiroler Stadt, aus der das „Forst“ Bier kommt: Meran. Hier mischen sich die italienische und die tirolische Kultur: man weiß nie, ob der Ansprechpartner lieber italienisch oder deutsch redet. Wir nehmen das Beste aus den beiden raus: die italienische Gelassenheit, die den Bike Transport über die 6 Seilbahnen um Meran gestattet, ohne zu meckern oder irrsinnige Preise zu fordern, und die deutsche Pünktlichkeit, die uns nervige Wartezeiten an den Talstationen spart.  

Meran Seilbahnrunde marcotoniolo.comUnser Local, Maurizio, spricht nur italienisch. Über mtb-forum.it im Internet sind wir in Kontakt gekommen. Er hatte den Reisebericht über die 3 Seilbahnenrunde in Bozen gelesen und mich im vergangenen Winter kontaktiert: „In Meran haben wir mehr Seilbahnen! Ich habe eine Tour ausgearbeitet, die doppelt so lang ist wie die von Bozen, mit vielen Trails und unglaublichen Ausblicken über ganz Südtirol.“ In wenigen Minuten war ich überzeugt, wir mussten nur auf den Frühling warten, damit die Pfade schneefrei würden und im Mai war es dann so weit. Daniel Schäfer und ich waren bereit für den großen Tag im Vinschgau.

Pünktlich um 7:30 Uhr treffen wir Maurizio am Bahnhof von Meran. Sein Carbon Fully lässt uns erstaunen. Wir dachten es wäre eine reine Freeride Tour und sind mit unseren Enduro Bikes und Protektoren angereist. Der Sprint zur Vigiljoch-Seilbahn macht uns aber gleich klar, dass wir heute ordentlich auf die Pedale treten müssen. Um 8:00 Uhr stehen wir in der kleine Gondel, die bei Lana am Anfang des Ultentals den Osthang hochfährt. Die Seilbahnen sind hier in Meran als öffentliche Verkehrsmitteln zu verstehen. Sie werden jeden Tag von Pendler und Studenten benutzt, sowie man in anderen Städte U-Bahn oder Straßenbahn fährt. Dementsprechend niedrig sind die Ticketpreise,  die selten über 5 Euro inklusive Bike betragen.

Die frische Luft des Vigiljochs auf 1814 Meter weckt alle unsere Sinne und gleich folgen wir unserem Local in Richtung Tal. Das Carbon Fully von Maurizio wirkt nicht in seinem Element auf dieser holprigen Abfahrt, unser Guide fühlt sich eindeutig ein bisschen unter Druck und auf einer Steilpassage fliegt er über den Lenker. Zum Glück hatte ich ihm meine Protektoren gegeben, dadurch ist Maurizio wieder schnell im Sattel. Dieser liegt jetzt viel tiefer als vorher und die Fahrweise des Locals schaut gleich viel entspannter aus. „Dies ist ein Warm-Up Trail, die nächsten werden technischer sein!“ erzählt er uns, während wir über einen alten Karrenweg Höhenmeter verpulvern. Der Rausch der Geschwindigkeit beflügelt uns und in wenigen Minuten sind wir wieder im Tal, auf  circa 300 Meter Höhe.




 
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