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Val Zebrù PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Marco Toniolo   
Friday, 12. January 2007
Beitragsinhalt
Val Zebrù
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Val Zebrù 

„Incredibile, pazzesco!“, schreit Mauro laut, seinen Augen nicht trauend . „Schaut mal hin, dieses Tal nimmt kein Ende und der Pfad scheint komplett fahrbar zu sein!“. Wir schieben die letzten Meter zum Pass hoch und staunen mit ihm. Kein Baum stört unseren Blick hier oben, wir können der schmalen Linie des Singletrails folgen, bis das Tal einen Linksbogen macht, einige Kilometer und über Tausend Höhenmeter entfernt. Die ersten Kehren führen ausgesetzt  auf eine gigantische Schuttmoräne , später führt der Pfad am steilen Grashang  auf der rechten Seite  des Tales entlang. Ein Biker-Traum.

Val Zebrù, Forni Gletscher

Hoch über uns thront die Königspitze, 3851 Meter, der eleganteste und schönste Berg der Ortlergruppe, in der wir uns gerade befinden. Gran Zebrù lautet der Name dieses Berges auf italienisch. Passo Zebrù heißt das Joch, das wir gerade auf 3001 Meter erreicht haben und Val Zebrù ist das Tal, das wir bald durchfahren werden. Die Namensgebung klingt  vielleicht nicht so fantasievoll, ist aber  als Tribut  an Ihre Majestät die Königspitze zu verstehen.

Die Besteigung dieses hohen Pass hatte gestern bei S. Antonio (1381 Meter) im Valfurva-Tal angefangen, erst sanft über die schattigen Wälder unterhalb des  Skigebietes Bormio 2000, dann steil und in der Sonne zu den Baite dei Forni. Ab hier änderte sich die Landschaft schlagartig, die Wälder und die Wiesen machten  den riesigen Forni Gletschern Platz, das Geräusch des schmelzenden Eises und der Wasserfälle verdeckte das Knistern unserer Reifen auf dem Schotter. Unser Puls stieg wegen der Steilheit und Beschaffenheit des Weges in die rote Zone. Der Rifugio Pizzini auf 2700 Meter Höhe war unser Ziel, direkt unter der felsigen Wand der Königsspitze, am Ende eines steilen Schotterweges.

Wir sind die einzigen Biker auf der Hütte, Steigeisen, Eispickel und schweres Schuhwerk sind die normale Ausrüstung hier oben, da die meisten Besucher an den  hohen Gipfeln der Ortlergruppe interessiert sind. Keiner außer uns wird morgen in Richtung Passo Zebrù aufbrechen, er ist bergsteigerisch uninteressant. Keiner ist aber unsicherer in Hinblick auf das, was ihn erwartet als wir. Mit einem frischen Bier in der Hand sitzen wir beim Sonnenuntergang auf der Terrasse und diskutieren über mögliche Rückzugspläne, falls sich morgen die Abfahrt ins Val Zebrù  als unmöglich entpuppen wird.

Pizzini Hütte




 
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